Mobbing bei der Polizei
ein Tabu-Thema ?
News und aktuelle Hinweise
Selbsthilfegruppe - Mobbing bei der Polizei
Befürworter, Unterstützer und Gönner unserer Gruppe
Wie erkenne ich Mobbing und was kann ich dagegen tun?
Über mich
Info´s und Artikel
Anschreiben und Antworten
Meine Adresse
Alte Beiträge aus dem Forum
Forum
Gästebuch
Alte Beiträge aus dem Forum
Ich habe das Forum am 20.06.2010 überarbeitet. Alte Beiträge aus 2008 und 2009, die eh nur wenig Resonanz fanden, habe ich hier einkopiert. Ich hoffe, so wird es im Forum wieder etwas übersichtlicher.
  
1
 
 
 
Jürgen Lanuschny
27.10.2008 13:21:58
0

So, jetzt kann´s losgehen. Ich habe euch in der Seite "Über mich" in Kurzform alles geschildert, was meine Situation betrifft. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauern wird, bis sich jemand traut, auch über seine Probleme zu schreiben. Benutzt im Blog einfach einen „nickname“.
Wenn euch danach ist, könnt ihr mich auch über meine direkte Emailadresse mit echtem Namen anschreiben.
Solltet ihr, wenn denn mal mehrere sich äußern, mit jemandem direkten Kontakt wünschen, so könnt ihr mir über mein Kontaktformular eine Mail schicken und die Kollegin/den Kollegen im Blog auffordern, sich ebenfalls direkt an mich zu wenden. Ich werde euch dann über eure privaten Mailadressen und/oder Telefonnummern (je nach eurem Wunsch) zusammenbringen,
Jürgen Lanuschny
 

2
 
 
 
Jürgen Lanuschny
27.10.2008 13:25:03
0

Hallo Kolleginnen und Kollegen,
in ca. 3 Monaten wurde die Homepage über 10.000 Mal aufgerufen. Ich bin echt überrascht. Wenn sich aber noch ein paar mehr als bisher und vor allem im Blog melden würden, wäre ich auch nicht sauer (hoffentlich aber nicht gleich 10.000 Betroffene auf einmal, ich habe kein Büro mit Angestellten).
Den Kolleginnen und Kollegen, die sich schon auf meiner direkten E Mail-Adresse gemeldet haben, danke ich ausdrücklich. Ich hoffe, ich habe euch wenigstens ein bisschen weiter helfen können. Wie ich euch aber schon geschrieben bzw. gesagt habe, der Blog bringt nur etwas, wenn ihr eure Beiträge -nicht in allen Einzelheiten, aber für alle verständlich- anonym einstellen würdet. Nur so haben alle etwas davon und finden vielleicht auch den Mut, sich wenigstens anonym zu offenbaren. Der Sinn des Blog ist doch, Betroffene sollen sich finden und sich so gegenseitig in ihrer prekären Situation unter die Arme greifen/helfen.
Liebe Grüße an die bekannten und vielen unbekannten dieser Seite, Jürgen Lanuschny

3
 
 
 
Käp`n Ahab
23.04.2009 14:31:38
4
Stelle diesen Beitrag mit freundlicher Genehmigung des Autors mal hier ein:

>>>Mobbing, schon allein der Begriff ist künstlich aufgebauscht. Mobbing bei einem gestandenen Schutzmann, mit allen Wassern gewaschen? Nicht möglich. Die paar kleinen Frotzeleien gehören eben zum Leben, wer damit nicht zurecht kommt, ist eben zu schwach für unsere Ellenbogengesellschaft. Mit ein wenig Selbstbewußtsein und Stärke ist jede Mobbingattacke nur eine Farce. Da muß man eben durch.

Mobbing bei mir, einem Mann? Geradezu lächerlich! Schliesslich bin ich ein gestandener Mann, habe bisher nur Positives im Hinblick auf meine Kollegen und Vorgesetzten erlebt. Ich habe 1, 2 oder 3 Kinder schon ziemlich groß bekommen, vieles erlebt, gekämpft, gewonnen, habe verloren und bin immer wieder aufgestanden. Leid und Freud sind mir mehr als bekannt. Ich bin Schutzmann mit Leib und Seele, Kummer, Streß, Anfeindungen und Ärger gewohnt. Ich habe mehr Leichen gesehen, als manch ein Gerichtsmediziner in seinem ganzem Leben je sehen wird. Ich habe wirkliche Todesangst erfahren, Hilflosigkeit, Trauer, Ohnmacht.

All das ist an mir abgeprallt, macht mir nichts aus, ruiniert in keinster Weise mein Leben. Was soll dann so ein bisschen Mobbing mir anhaben können? Ein paar schwache Worte, ein paar Gesten vielleicht? Lachhaft! Mobbingopfer sind Weicheier, zu schwach zum Überleben!

So oder so ähnlich dachte Kollege X bis vor Kurzem auch noch. Schlimmer noch, er war davon überzeugt und wehrte sich schon allein gegen die Vorstellung, daß so etwas profanes wie Mobbing ihm etwas anhaben könnte oder daß ihm sowas überhaupt passieren könnte. Bis ihm am einem der letzten Wochenenden von einem guten Freund endlich die Augen geöffnet wurden. Er hatte ausgesprochen, was viele nicht -nicht einmal Kollege X selbst- erkannt hatten: "Du bist völlig fertig! Was da abläuft ist reines Mobbing gegen Dich! Du bist völlig kaputt!"

Diese Erkenntnis hatte ihn wie einen Schock getroffen. Er fühlte sich wie ein Waschlappen, unfähig im Leben zu bestehen. Bei näherer, längerer Betrachtung mußte er sich aber schliesslich eingestehen, daß der Freund recht hatte.

Nun, wie kam es dazu? Kollege X war immer und überall anerkannt, leistete recht gute oder zumindest zufriedenstellende Arbeit, war bei Kollegen, Freunden und Bekannten eigentlich sehr beliebt. Dann wechselte er die Dienststelle. Sein damaliger, neuer Chef war von ihm überzeugt, einige andere dort nicht. Das erfuhr er aber erst viel, viel später. Es folgte dann der übliche Weg: Lehrgänge, Einarbeitung etc. Er tat wie immer mehr als er mußte, war immer da, bereit, immer auch Überstunden zu leisten und Sonderaufgaben zu übernehmen. Er identifizierte sich -wieder einmal- mit seiner Arbeit. Arbeitsintensive Fälle landeten stets auf seinem Schreibtisch, ebenso wie Fälle, die kurz vor Feierabend reinkamen und sich bis spät in die Nacht zogen.

Andere Kollegen taten das nicht. Sie wurden so in der Regel nur mit leichteren Fällen bedacht, schnell und einfach vom Tisch zu bekommen. Ihm wollte auch nicht auffallen, daß diese Kollegen, die teilweise sehr viel später nach ihm ins Team kamen, die guten Lehrgänge teilweise vor ihm absolvierten. All das machte aber Kollegen X aber nichts aus, dafür ging er viel zu sehr in seiner Arbeit auf und war der Meinung, daß es an entsprechender Stelle auch irgendwo anerkannt würde.

Dann folgten nach und nach immer intensiver werdende Aktionen seitens der diversen Kollegen, die sich auch der Rest der neutralen Kollegen nicht erklären konnte:"Anschisse" vor der versammelten Mannschaft wegen Nichtigkeiten, Infragestellen seiner fachlichen Kompetenz, abwertende Bemerkungen über seine Person auch oder gerade im Beisein anderen Kollegen, Mäkeleien bei kleinsten Fehlern, diverse Vorwürfe (die sich im Nachhinein sämtlich als unberechtigt herausstellten, deren Erklärungsversuche aber dann verständlicherweise nur noch als schwache Ausreden angesehen wurden), Frozzeleien bis tief unter die Gürtellinie, von üblen Sprüchen im Besein von Kollegen aus anderen Dienstellen einmal ganz abgesehen.

Kollege X wehrte sich verbal dagegen, auch oder gerade vor den Kollegen. Oft konnte er ihnen den Wind aus den Segeln nehmen und als Sieger aus der Attacke hervorgehen. Das hatte aber nur zur Folge, daß "sie" sich weitere, härtere Aktionen ausdachten und ihn bei nächster Gelegenheit umso schärfer anfuhren.In diesen Zwist wurde sogar sein Privatleben einbezogen: Es erfolgten z.B. regelmäßige Anrufe unter fadenscheinigen Gründen bei seiner besseren Hälfte wenn Kollege X mal dienstfrei hatte, inklusiver unmöglicher Andeutungen und Unterstellungen. Anscheinend hoffte man, daß er ihr nichts von seinem Dienstfrei erzählt haben könnte, stattdessen sonstwas treibe und man sie gegen ihren Lebensgefährten aufhetzen könnte.

Schliesslich wurden stärkere Geschütze aufgefahren: Ein Ermittlungsverfahren wegen eines angeblichen Dienstvergehens, mehrere Versuche, disziplinarische Verfahren gegen ihn einzuleiten.Zu allem Übel tauchte bei ihm zu hause plötzlich die Steuerfahndung mit einem nachhaltigen Durchsuchungswunsch auf. Der Vorwurf bezog sich auf Steuerbetrug, auf Nachfrage erklärte ihm einer der -polizeifreundlicheren- Steuerfahnder hinter vorgehaltener Hand: "Sie müssen sich da jemanden in ihrer eigenen Firma zum Feind gemacht haben!"

Ein Besuch daraufhin bei dem "Mobbing-Beauftagten" entlockte diesem lediglich die Aussage: "Das ist ja schlimm. Ja, schlimm sowas. Tsts. Aber die sitzen am längeren Hebel. Lassen Sie sich am besten nichts zuschulden kommen und sehen Sie zu, daß Sie die Dienststelle wechseln."

Die Auswirkungen bei dem Kollegen X? Monatelange Magenbeschwerden, Schlafstörungen, Übellaunigkeit die sich bis ins Privatleben übertrugen, totaler Frust, körperliches Unwohlsein und physische Defekte seelischen Ursprungs, pure Angst vor dem was kommen bzw. was "die" sich als nächstes ausdenken könnten. Der Alkoholabusus stieg immens, vom Nikotinverbrauch ganz zu schweigen.

Heute beschleicht ihn jeden Morgen eine unerklärliche Angst, sobald er die Dienststelle betritt. Er achtet auf jeden seiner Schritte und rechnet stets mit dem Schlimmsten. Symptome von Mobbing, die er ständig verdrängt hatte. Er wollte nicht wahrhaben, daß ihn, einem gestandenen starken Mann, so etwas profanes jemals so fertigmachen, daß er jemals überhaupt Opfer von Mobbing werden könnte.

Eine positive Nebenwirkung hatte die ganze Sache aber dennoch: Kollege X wird nie, NIE wieder auch nur abfällig lächeln, wenn das Thema Mobbing angeschnitten wird. Es weiß jetzt, daß es JEDEN jederzeit treffen kann, ganz egal, wie stark die Persönlichkeit des Einzelnen sein mag und daß es absolut zerstörerisch ist.<<<

Copyright by odihome. Weitergehende Verwendung und Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors odihome
.
4
 
 
 
Käpt`n Ahab
27.10.2008 16:20:37
0
 
Na, dann will ich mal anfangen. 10.000 Seitenaufrufe in knapp 90 Tagen bedeutet ein starkes Interesse am Thema. Warum aber Null Resonanz im Gegensatz dazu?

Eine ähnlich geringe Resonanz findet sich seltsamerweise immer wieder, wenn auf Webseiten mit Polizeibezug dieses Thema angesprochen wird. Was ist also los?

Existiert Mobbing vielleicht nur theoretisch? Bestehen die "Gemobbten" etwa nur aus einer verschwindend kleinen Zahl? Gibt es überhaupt so etwas wie Mobbing bei der Polizei oder wird das Thema einfach nur herbeigeredet, um das alljährliche Sommerloch zu stopfen?

Leider muss ich aus eigener leidvoller Erfahrung jedoch sagen, dass Mobbing (oder Bossing, wenn durch Vorgesetzte begangen) tatsächlich existiert, auch wenn man das bei unserer Behörde nicht annehmen sollte. Sind doch grade wir Polizisten Garanten für Sicherheit, Ordnung und Einhaltung der Gesetze. Umso schlimmer, wenn es dann doch immer häufiger passiert und die Öffentlichkeit davon -meist auf Umwegen- erfährt.

Wieso also so wenig Anteilnahme an einer angebotenen Diskussion wie hier?

Zum einen denke ich, daß der "Gemobbte" anfangs gar nicht bemerkt, daß er oder sie gemobbt wird, da Mobbing und Bossing eigentlich eher in einer filigranen Form daher kommen: Kritik an der Arbeit, am Erscheinungsbild, an der Art und Weise des Auftretens, am persönlichen Lebensstil, Zuteilung von zu viel oder zu wenig / von zu einfacher oder zu komplizierter Arbeit, Offenlegung der Fehler vor Anderen, offene Maßregelung vor Kollegen etc.

Das alles sind Mobbing- oder Bossingtaten, jedoch für die Betroffenen schwer als solche zu erkennen. Mobbingopfern wird dadurch vermittelt, sie seien schlechte Mitarbeiter und eine Belastung für die Anderen, was sie sehr oft anfangs auch glauben.

Bis Mobbingopfern bewußt wird, was vielleicht schon im Lauf von mehreren Jahren mit ihnen passiert ist sind sie oft schon soweit psychisch und dadurch auch teilweise physisch so stark angegriffen, daß sie sich selten noch darüber äußern wollen und Rat oder Hilfe annehmen können.

In vielen Fällen ist ihnen jedoch selbst nach Jahren noch nicht bewußt, dass sie Mobbingopfer sind oder waren.

Zum anderen glaube ich, dass sich viele aus Angst vor der Reaktion von Vorgesetzten, Kollegen oder sogar Freunden nicht offen äußern möchten, falls ihre Beiträge bekannt und sie als Urheber identifiziert werden sollten.

So blüht vielen Betroffenen das gleiche Schicksal, das auch der Macher dieser Seite erlitten hat: Schwere Erkrankung, frühzeitige Pensionierung oder tatsächliche Kündigung in der Hoffnung, nochmal von vorne anfangen und sich ein zweites, berufliches Standbein aufbauen zu können.

Dies stellt natürlich nur meine persönliche Meinung dar und diese muss auch nicht in jedem Fall zutreffen.

Persönlich begrüße ich diese Seite und hoffe auch auf einen regen Austausch von Erfahrungen. Vielleicht kann ich mit diesem Beitrag das Eis brechen und andere Betroffene zur Teilnahme animieren.

Ich befasse mich schon seit mehreren Jahren intensiv mit dem Thema Mobbing/Bossing bei der Polizei.

Falls Befarf besteht und dies auch hier geäußert wird, stelle ich gerne eine Checkliste zur Erkennung von Mobbing/Bossing hier ein. Ihr werdet euch wundern, in welchen Facetten Mobbing auftritt.

Falls ihr also Lust habt zu erfahren, ob Ihr wirklich so schlecht seid wie man euch hinstellt oder ob ihr vielleicht doch gemobbt werdet, dann lasst es mich wissen.
5
 
 
 
Jürgen Lanuschny
27.10.2008 17:01:51
0
 
Hi Käpt´n Ahab, zuerst mal Danke ich Dir für Deine Offenheit und den Mut, Dich als erster öffentlich zu "outen". So ein Quatsch, das ist nämlich kein "Comingout"! Es zeigt nur, dass Du den Mut hast anzufangen und damit vielleicht viele Andere motivierst, hier auch mit zu machen. Ich habe meinen Weg gefunden, und das habe ich wohl vielen Opfern voraus. Ich wünsche, dass sich hier noch "unfertige" Opfer finden, um sich gegenseitig zu helfen. Wenn durch dieses Forum auch nur eine einzige Kollegin oder ein einziger Kollege nicht "die Kugel" gibt", wir kennen alle die leidvollen Opfer, dann hat diese Seite schon viel viel mehr gebracht, als ich je zu hoffen geglaubt hatte.
Die Beiträge von Käpt´n Ahab wurden übrigen bereits am 22.10.2008 eingestellt. Da ich den ursprünglichen Blog aber nicht gut fand, habe ich ihn heute in ein Forum umgewandelt und die Beiträge von Käpt´n Ahab in das Forum kopiert. Ich glaube, er wird mir nicht böse sein. Auf geht´s, nur Mut. So wie Käpt´n Ahab.
Hey Ahab, wir telefonieren weiter!!!
Jürgen Lanuschny
 
6
 
 
 
PK Rex
28.10.2008 21:10:48
0

 Stimmt, Mobbing bei der Polizei gibt es nicht!
Wir sitzen doch alle in einem Boot und da kann es kein Mobbing geben. Stimmt, wir befinden uns in einem Boot. Nur sitzen wir dort nicht. Rudern lässt es sich besser, wenn man steht. Also dürfen nur einige Leute sitzen und die haben es sich durch gute Arbeit beim Chef "verdient". Mein ehemaliger Chef, er genießt hoffentlich seine Pension nicht zu lange, hat nach seinem Mobbingseminar seine theoretischen Grundlagen auf der Dienststelle ausprobiert. Er hat sämtliche Formen dafür genutzt, um uns auf der Arbeit fertig zu machen. Gespräche unter vier Augen, mit dem Hinweis "Wenn ich mit dir fertig bin, nimmt dich kein Chef mehr!" waren nur die Spitze vom Eisberg. Egal, ob ich unseren Chef angesprochen habe oder bei der Personalberatung vorstellig wurde, es hat nichts geholfen. Überall wurde nur gesagt, "Den kenne ich schon lange, der macht sowas nicht!" und es wurde nichts gemacht. Frei nach dem Motto "Was ich nicht sehe bzw. nicht sehen will, gibt es nicht!". Schlafprobleme sind als Folge noch die geringsten Probleme gewesen. Irgendwann habe ich mein "Träume" auf der Dienststelle ausgesprochen und mein Chef hat sofort die Dienststelle verlassen und sich versetzen lassen. Einige Tage später, es war schon nach Dienstschluß, wollte er seine Sachen holen und hat mich dabei zufälligerweise in seinem Zimmer angetroffen. Mit der Laufgeschwindigkeit hätte er einen neuen Weltrekord aufstellen können. Vielleicht sollte man allen Mobbern seine Träume erklären.

  
7
 
 
 
Jürgen Lanuschny
17.11.2008 21:25:23
3

 

Hallo PK Rex. Dein Beitrag hat mich ehrlich gesagt etwas schockiert. Ich habe erst ne Nacht drüber schlafen müssen, weil ich nicht wusste, wie ich darauf reagieren sollte. Wenn mir Käpt´n Ahab nicht gesagt hätte, er kenne Dich und Du seist ok, ich glaube ich hätte den Beitrag kommentarlos gelöscht.
Andererseits lässt er die Ohnmacht erkennen, unter der viele Mobbing-, aber insbesondere Bossingopfer leiden.
Ich sehe es aber so, meine Träume sind meine absolute private Angelegenheit. Rachgefühle hat wohl jedes Opfer, in welcher Form auch immer, irgendwann. Du umschreibst die Sache recht geschickt, "ich habe ihm ja nur erzählt, was ich geträumt habe." Ist Dir dabei aber eigentlich mal klar geworden, dass Du Deinen Chef möglicherweise damit bedroht hast? Du magst Opfer sein, aber so wirst Du selbst auch zum Täter.
Ich zähle dagegen mehr auf unser Rechtssystem, auch wenn das manchmal sehr verschnupft zu sein scheint, also manchmal sehr krankt.
Wie weit dürfen gerade wir, Schutzfrauen und –männer, gehen? Wenn wir nicht zuerst den Rechtsweg versuchen zu beschreiten, dann können wir in old Germany den „wilden Westen“ einführen.
Ich glaube, gerade da liegt nämlich unser aller Problem:

• Käpt´n Ahab hat das sehr gut beschrieben. Du bist alleine, die Hilfsangebote der Polizei greifen
nicht. Die dort angesiedelten unterliegen eben auch dem System „Hierarchie“.

• Ich habe es selbst erlebt. Dein Dienstherr „beschummelt“ Dich und ganze Gruppen. Du kannst das
sogar beweisen. Du gibt’s Betroffenen die Beweise an die Hand, aber was passiert?
Keiner will darauf anspringen. Jeder sagt Dir: „Hey, man hat mir versprochen, ich bin
möglicherweise der Nächste, der befördert wird. Wenn ich jetzt was unternehme, kann ich mir das
abschminken. Nee, ich mache nichts!“
Soweit ich weiß, ist bis heute noch keiner von denen befördert worden.

• Ich will jetzt gar nicht die „Kriecher“ ansprechen, die es überall gibt. Das Problem der
„normalen“ Kollegen ist, dass jeder für sich einen Weg sucht. Jeder versucht für sich Anerkennung
und so ein Weiterkommen zu erreichen, obwohl er genau weiß, er wird sowieso „besch…(ummelt).

• Auch die „Bosser“ sind oft in Wahrheit Opfer. Wir wissen doch alle, da oben gibt es „kleine
Götter“, die sich -wie auch immer- ihr „Imperium erarbeitet“ haben. Unsere höheren Vorgesetzten
wollten vielleicht manchmal ganz anders als sie tun. Wenn die aber nicht punktgenau der Vorgaben
der „Götter“ folgen, sind sie selber weg vom Fenster.

Fazit: Solange jeder für sich alleine sein Problem versucht zu bereinigen, haben wir null Chance.
Solange wir, insbesondere die Mobbing- oder Bossingopfer, uns nicht zusammen schließen, haben wir null Chance.
Genau so eine Chance will ich mit diesem Forum erreichen. Äußert euch, findet euch, schließt euch zusammen und dann könnte vielleicht irgendwann mal passieren, was ich mir so sehr wünsche:

• Mobbing bei der Polizei wird ernst genommen.
• Es werden irgendwann mal unabhängige Mobbingbeauftragte, die der „Hierarchie“ nicht unterliegen,
eingesetzt, die auch wirklich was bewegen können.
• Schutzleute schließen sich zusammen, um mit geballter Macht Einfluss zu nehmen. Sich also nicht
in Einsamkeit vergraben, die wirklich schrecklich ist.

Ich beschreite momentan den Rechtsweg, und ich glaube, das ist der einzig richtige Weg. Ich weiß, auf Zeugen kann ich nicht hoffen. Man fühlt sich tatsächlich wie ein Vergewaltigungsopfer (Entschuldigung, ich möchte so ein schreckliches Erlebnis nicht herunterspielen, es geht hier nur um die Beweisführung).
Man könnte annehmen, da sind ja viele, die das täglich miterlebt haben. Wenn Du sie aber fragst, kann sich niemand mehr erinnern. Es steht deine Aussage gegen „eine Wand der Vergesslichkeit“.
Ich verstehe die Kolleginnen und Kollegen sogar. Ich bin zwischenzeitlich pensioniert. Mir kann niemand mehr ans Bein pinkeln (auch wenn sie es immer wieder versuchen). Die Kolleginnen und Kollegen haben aber noch viele Jahre Dienst vor sich, sie unterstehen noch lange dieser „Hierarchie“.
PK Rex, ich lasse Deinen Beitrag im Forum stehen, hoffe aber, es wird als „Negativbeispiel“ auch von allen anderen betrachtet.
Hey PK Rex, Rachegedanken sind nicht unser Weg. Wir sind und bleiben „Schutzleute“, oder?
Auch wenn es noch so weh tut, wir gehen einen sauberen Weg und nicht den schmutzigen derer, die uns weh tun, oder?
Gruß Jürgen

 

PK Rex
29.10.2008 20:35:27
Hallo Jürgen,
ich wollte mit meinem Beitrag bestimmt nicht zur Gewalt aufrufen.
Ich habe meinem Vorgesetzten nicht gedroht oder ihn auch nicht bedroht.
Meiner Meinung nach muss man seine Situation offen zeigen. Ich habe mehrere Stellen und Vorgesetzte verschiedener Ebenen aufgesucht und um Hilfe gebeten. Dort bin ich aber auf taube Ohren gestoßen.
Stimmt, wir sind Polizeibeamte und sollten Gewalt nicht mit Gewalt vergelten. Aber wir sollten uns zusammenschließen und gemeinsam einen Weg gegen Mobbing suchen. Unabhängige Mobbingbeauftragte würden eventuell viel helfen. Beauftragte für unterschiedliche Gruppen gibt es ja schon, warum als nicht auch für Mobbingofer. Stalking wurde ja auch lange nicht als Straftat anerkannt. Ich denke, wir sollten es versuchen. Gruß PK Rex

 

Jürgen Lanuschny
14.11.2008 15:59:18
Hi PK Rex. Ich weiß ja zwischenzeitlich was Dir widerfahren ist und dass Du nicht zur Gewalt aufrufen wolltest. Du hast vollkommen recht mit Deinem Wunsch, unabhängige Mobbingbeauftragte müssten eingesetzt werden. Ich würde mir das auch wünschen. Wenn wir wollen, dass es zur Forderung wird, müssen wir aber mehr Leute mobilisieren. Eine größere Gruppe, eine gemeinsame Initiative wäre vielleicht in der Lage das zu einer Forderung werden zu lassen und sie vielleicht sogar durchsetzen.
Wir hören wieder von einander, Gruß Jürgen

 

PK Rex
17.11.2008 21:25:23
Hi Jürgen, es würde uns sehr helfen, wenn mehr Opfer hier mal ihre Meinung sahen.
Habe mich gestern mit einem Kollegen aus Thüringen unterhalten. Auch er wird auf der Dienststelle total gemobbt. Aber seine Aussage ist: "Wenn ich mich wehre, machen die mich total fertig."
Leider wollen viele Kollegen noch nach "oben" und verzichten dafür auf eine eigene Meinung und Selbstachtung.
Vielleicht klappt es ja doch noch und wir werden mehr.
Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. Gruß Norbert
8
 
 
 
Bruder eines gemobbten Polizisten "Mobby"
27.12.2008 15:33:43
1
 
Als mein "Kleiner Bruder" vor vielen Jahren seine Laufbahn bei der Polizei in Hessen begann, hatte ich zunächst Probleme, damit klar zu kommen. Ich hielt diesen Beruf für einen absolut felsenfesten und krisensicheren Job (mal abgesehen davon das man es nur mit Krisen zu tun hat was aber auch in meinem Beruf so ist. Zum damaligen Zeitpunkt begann ich meine Laufbahn in einer grossen Klinik des Landes BW als Erzieher in einer Psychiatrie und bewunderte das mein Bruder einen so tollen ((Kommt wohl doch von Tollhaus der Begriff)Beruf ergriff, zumal mein Bruder alle positiven Eigenschaften besitzt, die in so einem Beruf gebraucht werden. Um einige zu nennnen: Engagement, sprachlicher Ausdruck, incl. einer perfekt beherrschenden Fremdsprache, Idealismus, Bereitschaft alles für den Beruf zu bringen, Kollegialität etc. Ich denke, viele Kollegen bringen zunächst genau diese Bereitschaften mit. Nachdem mein Bruder ein paar wenige Jahre glücklich in seinem Job ankam und ich in der Zwischenzeit meinen Weg gegangen bin(Personalrat...), stellte ich Veränderungen an meinem Bruder fest, die ich schlicht und einfach in die Ecke Mobbing ansiedeln konnte. MOBBING? BEI DER POLIZEI? AN MEINEM GESTANDENEN BRUDER? JAAA, SO IST DIE REALITÄT BEI EUCH. Was aber das Mobbing in euren Kreisen von anderen Jobs unterscheidet, ist die Tatsache das sich offensichtlich so gut wie keiner traut, gegen mobbende Kollegen, Chefs, ja, sogar Betriebsräte aus euren Umfeld anzugehen und diesen die ROTE KARTE zu zeigen und somit auch das Handwerk der Angst zu legen. Allein die Tatsache dass es im Netz und auch auf dieser Seite, keine Seiten gibt die sich offen diesem Thema widmen können, zeigt die unglaubliche Macht entsprechender mobbender Polizeibeamter auf all euren Hirarchieebenen. Ich dachte immer ich hätte es mit Leuten zu tun die uns Schützen, die eine gewisse Persönlichkeitsstärke haben und die durch Betriebsräte, Vorgesetzte, Gleichstellungsbeauftragte oder sonstigen Leuten Rat und Schutz erfahren. Aber, dies scheint doch anders zu sein. EUCH müsste man SCHÜTZEN, vor Euch und eurer mangelnden Courrage, vor Euren Betriebsräten, Eurer Gewerkschaft, Euren Vorgesetzen... Mama mia, macht Euch Gedanken. Ich bin mir sicher, die andere Seite eures Berufsstandes mobbt weniger als ihr. Vor allem solltet ihr euch trauen solche Seiten zu füllen, es kann kaum angehen das einige wenige das Recht habe Eure Gesundheit und Euer Leben in der Hand zu haben. Gott bin ich froh das ich kein Polizist geworden bin, dann wäre ich Erpressbar, Formbar, Ängstlich, Kriecherisch und vor allem gemobbt.
Ach so, bevor ich es vergesse, mein Bruder gehört ebenso zu den Opfern des Mobbings. Aber er lässt sich nicht klein kriegen, reagiert aber bereits schwer Somatisch um nicht zu sagen Allergisch auf den Job. Sein Engagement geht dahin. Aber er kann in den Spiegel schauen und das macht mich Stolz und Glücklich, zeigt es doch das man zwar Karrieren knicken, aber den Stolz nicht immer brechen kann.
Euer Mobby
 
PK Rex
27.12.2008 15:33:43
Hallo Mobby,
nicht jeder sieht den Polizeiberuf so wie du.
Ich habe nach der Schule auch einen Beruf gelernt, war Soldat und bin erst dann zur Polizei gegangen.
Ich bin also kein typischer Karrieremensch. Da hätte ich als Soldat mehr Chancen gehabt.
Warum wollen manche Menschen Polizeibeamter werden?
Ich kann es nicht sagen, aber wenn ich sehe, wie sich manche um Karriere, auch wenn es bedeutet dem Vorgesetzten in den Hintern zu kriechen, bemühen, wird mir übel.
Da sehe ich den typischen preußischen Untertanen.
Herr befiehl und ich gehorche ohne zu denken. Das erinnert mich an die Figur des Dietrich Heßling im Buch „Der Unteran“. Sind wir noch immer nicht in der Lage, Entscheidungen selbst zu treffen? Es wird über Demokratie, Gleichberechtigung, Eigenständigkeit und Mündigkeit des deutschen Bürgers gesprochen. So wie es aussieht, werden Polizeibeamte in den niederen Positionen durch Vorgesetzte als unselbständige und unmündige Lebewesen, vermutlich nicht mal Menschen, betrachtet.
Gewerkschaften bzw. den Personalrat lasse ich mal aus dem Spiel, die wollen auch nur Karriere machen und verhalten sich entsprechend.
Ich habe mir durch einige Aktionen Respekt, oder auch Angst, bei den Mobbern verschafft.
Darauf bin ich zwar nicht stolz, aber ich gehe noch immer aufrecht meinen Weg und krieche keinem Chef in den Hintern. Wenn ich mich rasiere, kann ich mir noch immer ins Gesicht sehen. Der, der mich gemobbt hat, ist zwischenzeitlich pensioniert. Auf Karriere lege ich keinen Wert. Aber meinen Stolz will ich bewahren.
Leider finden sich nicht genügend Mobbingopfer, um im Gedankenaustausch Möglichkeiten zu suchen. Die Mobber haben also ihr Ziel erreicht und jeder kuscht. Nicht mit mir, ich setze nicht jeden Tag meine Gesundheit oder mein Leben aufs Spiel und kusche dann vor einem machtidentifizierten, ahnungslosen und unfähigen Vorgesetzten.
Ich bin für meinen Vorgesetzten kein Sklave oder Untertan, sondern nur ein unterstellter Mitarbeiter.
Es gab mal den Spruch „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“.
Wir sollten ihn etwas umformulieren und sagen “Gemobbte Polizeibeamte/Polizeibeamtinnen aller Bundesländer vereinigt euch!“
Ich wünsche trotzdem ALLEN einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2009 mit weniger Mobbing.
PK Rex
9
 
 
 
Stefan
28.05.2009 05:42:10
3
 
Hallo,

mein Name ist Stefan, ich habe 1991 Abitur gemacht, dann bin ich in den gehobenen Dienst bei der Bayerischen Polizei eingestiegen. Anfänglich wurde ich mit Bestnoten überschüttet, dann im Praktikum bin ich bei einigen Vorgesetzten angeeckt, weil ich meinen eigenen Charakter habe und meine eigene Meinung und manches kritisiert habe. Dann wurde meine Note im letzten Ausbildungsjahr von einer 3 nachträglich auf eine 6 abgewandelt (2 Monate später) und die Aussagen waren auf einmal alle unisono gleich. Dies ist zwar rechtlich möglich (ich war leider noch Widerrufsbeamter), aber moralisch m.E. nicht vertretbar. Dann habe ich 4 Jahre vor dem Verwaltungsgericht gekämpft, aber dann verloren, weil mein RA beim OVG München die Frist versäumt hatte, aber ich war sowieso schon nervlich und auch finanziell am Ende.

Ich habe mich zwar in der freien Wirtschaft hochgearbeitet, da ich ein Kämpfer bin, aber bis heute bin ich wegen der Behandlung der Polizei, die in meinen Augen mein ganzes Leben, sowohl beruflich, als auch privat verpatzt haben, in psychotherapeutischer Behandlung und kann das bis heute nicht verkraften.

Ich bitte Leute, sich zu melden, denen ebenfalls ähnliches passiert ist, mein RA in München hat damals gesagt, er hat jedes Jahr ca. 30 Beamte auf Probe, die entlassen werden.

Ich bitte um häufige Kommentare


Stefan
 
Käpt'n Ahab
29.04.2009 23:35:50
Hallo Stefan,

deine Aussage

>>>dann im Praktikum bin ich bei einigen Vorgesetzten angeeckt, weil ich meinen eigenen Charakter habe und meine eigene Meinung und manches kritisiert habe<<<

trifft leider genau den Punkt, an dem unsere Polizei seit einiger Zeit krankt: Es ist nicht mehr erwünscht, eine eigene Meinung, einen eigenen Charakter etc. zu haben. Die deutschen Polizeien (egal ob Bundes- oder Länderpolizeien) orientieren sich momentan wieder am alten, preussischen "Befehl und Gehorsam" (das ist auch für Bayern gültig).

Die Devise heisst "Schnauze halten und springen, wenn der Chef Hopp sagt".

All die Werte von eigenständigem Denken und verantwortungsbewußtem Handeln, die im Laufe der letzten Jahrzehnte seit Ende des Faschismus errungen wurden sind nicht mehr gültig.

Auch wenn es sich seltsam anhört: Sei froh, daß Du es "nicht geschafft" hast. Mit deiner Einstellung und deinem Charakter (die beide zweifelsohne absolut korrekt sind) wärst Du heute in der gleichen Position wie Lanu, Kommissar Rex, ich und viele andere: Du würdest gemobbt, gemieden und hättest die Hölle auf Erden. Auch Lanu, Rex und ich "leiden" unter den gleichen Einstellungen und Charaktereigenschaften wie Du.

Gruß,

Käpt'n Ahab
(der Todfeind von Mobbing Dick)
 
Lanu
26.05.2009 08:36:01
Hi Stefan, natürlich bin ich Deinem Wunsch sofort nachgekommen.

Käpt'n Ahab kennt meinen Spitznamen bei der Polizei, zur Info also, Lanu bin ich.

Von mir wird demnächst auch wieder ein längerer Beitrag kommen, denn ich muss leider sagen, auch ich habe meinen Prozess (zumindest vorläufig) verloren. Käpt'n Ahab, ich wollte Dir das dieser Tage noch mitteilen und muss auch noch vielen anderen Kolleginnen und Kollegen Antworten, kam aber die letzten Wochen nicht dazu.

Zu Dir Stefan, leider hat Käpt'n Ahab nicht ganz unrecht. Es ist traurig, aber "Jasager" haben prinzipiell bessere Möglichkeiten als Leute mit eigenen Vorstellungen. Sie stören die Wege der Chefs, sich selbst so gut dar zu stellen, um selbst weiter zu kommen. Sie haben keine "Führungsqualitäten" wenn sie Querdenker nicht in den Griff bekommen. Konsequenz: Querdenker und zu selbstständige Polizisten müssen platt gemacht werden. Das ist aber nicht nur bei der Polizei so, es scheint allgemein im öffentlichen Dienst so zu sein, wie ich zwischenzeitlich durch Zuschriften von "Nichtpolizistinnen und -polizisten" erfahren musste. Dir Stefan, viel Glück und Erfolg in der freien Wirtschaft und versuche Deine Niederlage weg zu stecken und abzuhaken. Du machst Dich sonst nur selbst krank und das ist es nicht wert, denn das System können wir leider nicht ändern.
LG Jürgen
 
Stefan
28.05.2009 05:42:10
Danke Lanu für die schnelle Hilfe. Ich muss sagen, du hast leider Recht und man kann das System nicht ändern, in der freien Wirtschaft ist es aber auch nicht anders und man hat noch die ständige Gefahr, seinen Job zu verlieren. Aber für mich ist es eine Führungsschwäche, wenn man eben einen Querdenker nicht akzeptiert, denn dadurch kann sich der Führende ja beweisen, dass er eine wahre Führungskraft ist. Querdenker auszustossen, ist eben gerade eine totale Führungsschwäche - in meinen Augen.
Ich hoffe nur, daß du durch kommst mit deinen Klagen, ich habe leider vor dem OVG München verloren, aber nur weil mein Anwalt eine Frist versäumt hat. Denn ich hätte nie nachgegeben, denn ich habe einen sehr starken Willen. Mein Problem war, daß ich Widerrufsbeamter war und ich keine Möglichkeiten hatte, den ein Widerrufsbeamter hat weniger Rechte als ein Probearbeitszeitverhältnis in der freien Wirtschaft. Ich finde es nur moralisch nicht vertretbar, daß diese meine Personen meine bereits vorhandene NOte von einer drei auf eine 6 umgewandelt haben und mich als ungeeignet dargestellt haben, nur weil ich meine Meinung sage, das ist nicht fair. Ich weiss auch nicht, aber ich kann das einfach nicht vergessen, auch wenn ich es immer wieder versuche.

Stefan
 
  
10
 
 
 
Stefan
14.06.2009 20:04:59
0

  

Hallo,

ich habe versucht, meine "Geschichte" an die Presse zu senden und zu veröffentlichen, ich habe ungefähr 100 e-mails verschickt, aber keine Antwort, ausser ein paar Absagen bekommen. Die Zeitung, die örtlich zuständig war, hat mir noch nicht ein einziges Mal geantwortet, nicht einmal eine Absage. Wie ist das zu erklären ? Die Presse gilt doch als vierte Macht im Lande, habe ich jedenfalls in der Ausbildung so gelernt, wie kann es sein, dass sich diese nicht einmal meldet. In der Praxis schaut es anscheinend anders aus. Ich bitte um eure Berichte, ob ihr auch Erfahrungen mit der Presse gemacht habt.

Stefan
 

 

11
 
 
 
Stefan
17.12.2009 18:35:17
2

 

Hallo,

es wundert mich, dass es nur wenige Einträge hier gibt, auch durch die Kontakte zu meinen "alten" Kollegen höre ich eigentlich sehr viel vom Mobbing, gerade bei der Polizei ist es sehr hoch. Wer nicht mitschwimmt, hat schon verloren, aktuell hat ein Bekannter von mir sehr viel Probleme, so daß er mit 38 Jahren scho nicht weiter weiss. Wenn er zum Essenstisch kommt, stehen alle auf und keiner redet mehr mit ihm. Ich bitte die Leute, dass sie sich hier mehr melden, euere IP Adresse könnt ihr umgehen, wenn ihr z.B. von einem Internetshop hier einen Kommentar schickt.

 

Shara
27.10.2009 08:43:33
Hi, habe gestern einen Beitrag zu dem Thema Mobbing eingebracht. Wegen Mobbing bin ich kzh geschrieben, und nach Planung meines Hausarztes soll ich aussteigen. Bei Mobbing sollte man aktiv werden. Den Hausarzt einschalten, Versetzungsanträge stellen usw.! Nie auf irgendetwas warten. Bei meiner jetzigen Dienststelle war ich in den letzten Wochen Zeuge von Mobbingattacken gegen eine Mitarbeiterin. Wenn ein Vorgesetzter, ein Schwerbehindertenvertreter und der höchste Chef zusammen halten, da kann meiner Meinung nach eine einzelne Person nichts gegen ausrichten. Bei meiner zweiten Dienststelle hatte ich das Erlebnis, dass jeder zweite Mitarbeiter einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinter sich stehen hatte. Dort haben sich die Vorgesetzten und Kollegen derart zusammen gerissen, da jeder davon ausgehen konnte, dass er bei Verfehlungen Post von einem Anwalt auf dem Tisch liegen hat. Es hängt wohl auch davon ab, was eine einzelne Person "ertragen" kann. Befindet man sich in einem Team, oder sitzt man an einem Schreibtisch und ist Einzelkämpfer. Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, und die Worte, "wer nicht mitschwimmt hat schon verloren" krampft sich fast mein Magen zusammen. Wie gesagt, ich bin auf dem Wege aus diesem System heraus zu kommen. Hoffe für Deinen Bekannten, dass er diese Sache unbeschadet übersteht.

 

Freund und Helfer (wär ich gern)
17.12.2009 18:35:17
Hallöchen ... habe gerade meinen ersten Beitrag erfasst ... und das schöne, ich kann mich Shara nur anschließen, "wer nicht mitschwimmt hat schon verloren" ist ein so toller Satz, den könnte ich Tag ein Tag aus runter beten. Er trifft auf mich zu 200 % zu ...

Nein, nicht dass ich immer gegen den Strom schwimmen will ... aber es gibt meist Grund um nicht mitzuschwimmen, und ich bin einer, der dann halt auch gegen den Strom das Paddeln beginnt ... aber wem erzähl ich das, ihr wisst eh was ich meine, denn fast jeder, der Probleme bei der Polizei hat, hat sie, weil er sich nicht jedem totalen Scheiß beugt und vielleicht mal seinen Mund aufmacht ... Ich gehöre auch zu den Leuten, die aus dem System rauswollen ... nur leider ist es schwierig. Denn bei der Polizei wird es in den nächsten Jahren nicht besser werden, da ich nicht innerhalb weniger Jahre alle Beamten tauschen kann und die bereits vorhandenen entweder nicht davon zu überzeugen sind, dass sie was falsch machen und die anderen lassen sich weiter gemütlich treiben, wenn sie so zum Futternapf kommen ...

Grüße aus Bayern

 

12
 
 
 
Shara
03.11.2009 01:02:34
1

Hallo!!
Zu meiner Person. Nach zwei kaufmännischen Ausbildungen und einem Arbeitsplatz bei einer Baugesellschaft (Konkurs) kam ich im Jahre 2002 zufällig in den Verwaltungsbereich der Polizei. Die innere Struktur des Systems, und die Abarbeitung der Vorgänge, waren für mich nicht verständlich. Seitenlange (sinnlose) Sachverhaltsschilderungen über die Beschaffung einer Kaffeemaschine, sowie die überflüssige, farbliche Umgestaltung irgendwelcher Listen, waren an der Tagesordnung. Man hat die Umstände registriert und gearbeitet. Nach einer Landesreform wurden Sachgebiete gebildet, wo nur noch Massenabarbeitung verlangt wurde. Hierbei handelte es sich um einen Bereich, der die Polizeiauslagen und Einnahmen betraf. Tatsache ist, dass ich mich mit meinem ehemaligen Kollegen regelmäßig in einer Aktenkammer getroffen habe, und wir uns über die dortigen "Ungeheuerlichkeiten" ausgetauscht haben. Gedanklich hatten wir den Landesrechnungshof über Mißstände informiert usw! So konnten wir, zumindest einen Teil, von den Zuständen dort verarbeiten. Aufgrund dieser Umstände folgten ärztliche Behandlungen und eine Stundenreduzierung. Mit Beginn einer neuen Berufsausbildung, in einer Abendschule, änderte sich kurzfristig die gesamte Stimmung. Nach einem gestellten Versetzungsantrag erfolgte ein weiterer Arbeitsplatzwechsel in die Nähe meines Wohnortes. Auch bei diesem Arbeitsplatz handelt es sich wieder um Massenarbeit. Dort habe ich die Schikane der Vorgesetzten gegen nicht gewollte Mitarbeiter vernommen, und die Mobbingattacken der Kollegen untereinander. Man verliert die Lust, sich mit diesem System noch weiter auseinander zu setzten, da nie wirklich eine Veränderung eintritt. Es ist nur jedem zu wünschen, dass wenn es zu einem Konflikt kommt, er an gute Ärzte und Therapeuten gerät. Auch wenn es sich um einen Arbeitsplatz handelt, es lohnt sich nicht, seine Gesundheit dafür zu riskieren.

stefan
03.11.2009 01:02:34
Es ist richtig, die Gesundheit ist das wichtigste !!! Also nicht unterkriegen lassen

13
 
 
 
Freddy
03.11.2009 14:45:13
1

Ich wurde mit 51 Jahren (und 34 Dienstjahren) in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Vorausgegangen waren
ca. 3 Jahre heftigste Auseinandersetzung am Arbeitsplatz. Mir wurde zuletzt eine Persönlichkeitsstörung attestiert, um mich loszuwerden (?) Vorausgegangen war, dass ich Straftaten und andere "Sachen" bei bzw. durch Vorgestzte feststellte. Anfangs ging ich zum örtlichen Personalrat, m.d.B. um Hilfe. Ergebniss: null Reaktion (heute weiß ich unterstellend, auch ein Personalrat dienstgradmäßig weiterkommen will).
Anschließend wandte mich an die vorgestzte Dienststelle (ein Polizeipräsidium). Ergebnis: Null.
Heute stelle ich mir die "abgedroschene" Frage WARUM? unternimmt niemand etwas?
Bisher ist es so, dass erlittene gesundheitliche Schäden (Angst und Depression gemischt), die als Dienstunfall gemeldet hatte, auch nicht annerkannt sind. Nachdortiger Meinung ist es so, wenn "der" nicht mit dem Erlebeten klar kommt, ist er halt psychisch krank. Kurz: das geht uns nichts an. Die Sache liegt aktuell bei einem Verwaltungsgericht. Ich stelle mir die Frage, ob die sich der Sache korrekt annehmen? Mir ist zwischenzeitlich bekannt, dass auch dort (VG) Entscheidungen "auf Weisung" getroffen werden sollen.
Wer hat ähnliche Erfahrungen mit der Thematik "Dienstunfall durch Mobbing" gemacht ???

Stefan
03.11.2009 14:45:13
Hallo,

ich kann Dir keine Antwort geben, ich denke mir, daß es niemals einen Dienstunfall als Mobbing geben wird und dass dies in der Praxis niemals nachweisbar ist.
Aber ich kann dir kurz meine Erfahrungen mit dem Verwaltungsgericht in Bayern schildern. In meinem gesamten Prozess wurde nur dem Freistaat Bayern gefolgt, meine Argumente wurden überhaupt nicht beachtet. Mir ist es so vorgekommen, als das hier eine Einheit von Verwaltungsgericht und Polizei vorgelegen hat und keine Gewaltenteilung. Man stelle sich einmal vor, daß bei der Staatsanwaltschaft vor Gericht die Zeugen nicht gehört und die Beweise nicht eingebracht werden können, dann hätte der Beschuldigte wohl von vornherein keine Chance. M.E. müßte man das Beamtenrecht komplett ändern, da man hier zu viel der Willkür von Vorgesetzten ausgesetzt ist, man müßte hier eine unabhängige dritte Instanz schaffen.
Ich hoffe, Dir ein bisschen weitergeholfen zu haben.

14
 
 
 
Jürgen Lanuschny
03.11.2009 14:52:53
1

Heute ist mir bei der Durchsicht meines Kalenders für den November der 26.11. ins Auge gefallen. Dabei fiel gerade wieder eine schmerzliche Geschichte ein.
Letztes Jahr hatte ich einen lieben Kollegen angerufen, mit dem ich schon oft zusammen arbeitete und der auch mit unserem System nicht immer einverstanden war. Ich wollte ihm zum Geburtstag gratulieren.
Er ließ mich aber nicht einmal zu Worte kommen und beschimpfte mich mit Ausdrücken wie "Nestbeschmutzer" und dergleichen mehr Liebenswürdigkeiten. Ich kam eigentlich zu keiner Erklärung und er legte auf.
Dieses Jahr werde ich ihm nicht gratulieren.
Das tut eigentlich mehr weh, als die ganzen Kämpfe, die man mit Vorgesetzten auszutragen hatte, muss ich sagen.
Aber deswegen melde ich mich hier eigentlich nicht. Leute, seht mal in die News rein und unter www.dirklauer.de findet ihr dort die Erklärung zu einer interessanten Seite.

Stefan
03.11.2009 14:52:53
Hallo Jürgen,

ich wurde in meiner Arbeitsstelle in der Ausbildung als Nestbeschmutzer beschimpft, einmal wurde es auch in meinen Hut geschrieben, obwohl ich überhaupt nichts gemacht habe, nur die Wahrheit gesagt habe. Mir hat das nicht wehtgetan, ich habe mir nur gedacht, das zeigt dessen Charakter und das war genau derjenige, dem ich meine Meinung gesagt habe und der eigentlich bei der Polizei überhaupt nichts zu suchen hat. Ich schau mal auf der Seite www.dirklauer.de nach.

15
 
 
 
Jürgen Lanuschny
24.11.2009 22:06:30
0

Hallo Leute, mir geht es zur Zeit sau gut (Entschuldigung, aber ich fühle so tierisch). Ich werde euch jetzt was sagen, was ich besser verheimlichen sollte. Ich habe 45 Jahre im Raum Karlsruhe gelebt und gearbeitet und bin seit Mai wieder zuhause angekommen, an der Nordsee bzw. kurz davor an der Elbe. Wo, möchte ich hier aus persönlichen Gründen nicht preisgeben.
Zur Zeit bin ich wieder im Raum Karlsruhe und habe hier tierische Probleme mit Behörden, aber egal. Ich hatte auch große Probleme wegen meines süßen kleines Hundes, die sich aber auch erledigt haben; dass alleine ist schon Grund genug mich wieder sau wohl zu fühlen.
Nach monatelangen gesundheitlichen Problemen konnten diese in einem kleinen Krankenhaus im Norden endgültig (bis auf weiters) "erledigt" werden.
Ich war vor ein paar Tagen zu einer Nachuntersuchung in der UNI-Klinik Heidelberg und habe erfahren, ich brauche mich keiner großen OP zu unterziehen, die mich sehr sehr eingeschränkt hätte; ich werde quasi kein Pflegefall, einfach nur geil.
Ich habe mich vorletztes Wochenende mit ganz ganz lieben Kollegen (das Geschlecht lasse ich hier weg) im Raum BW/HE getroffen. Es war nur schön und hat mir neue Erkenntnisse gebracht, die mich eigentlich umhauen müssten.

Sie taten es nicht, ganz im Gegenteil, ich fühle mich (wie schon erwähnt) sau wohl!!!!!!!!

Und nun zum traurigen Teil der Geschichte:

Ich war gerade in Karlsruhe angekommen, als ich im Autoradio vom Tod Robert Enke´s erfuhr. Sie nannten noch keine Todesursache aber ich glaube ich fuhr wie ein total Betrunkener und musste erst mal anhalten. Ich ahnte gleich, es war Suizid. Fragt mich nicht warum ich das gleich vermutete, aber es war dann ja auch so.

Sollten Sie Frau Enke jemals diese Seite und diesen Beitrag lesen, whooouuu. Hut ab vor dieser Pressekonferenz. Ihre Haltung, die Sie bewahrten, ist unglaublich!!!
Mein herzlichtes Beileid zu Ihrem und dem Verlust Ihrer Familie und der von Robert.

Aber nun wieder zu uns (mir):

Ich habe in der Folge dieser tragischen Sache viele Sendungen über Depressionen gesehen, die mich teilweise beeindruckten, teilweise mein Unverständnis hervor riefen.
Mir wurde aber trotzdem oder gerade darum immer klarer, ich hatte "früher" massive Depressionen a b e r noch bewusster, ich habe sie immer noch. Nicht mehr so schlimm wie in der "Hochphase" des Mobbings, aber eben immer noch.

Ich war im Juni 2007 (ein halbes Jahr nach meiner polizeiärztlichen Überweisung) bei einem Professor für Psychiatrie der UNI Heidelberg zur Erstellung eines Gutachtens; im Auftrag meiner Dienststelle/meines Polizeiarztes. Zuerst musste ich ihm einen Lebenslauf schicken, in dem ich meine ganze Situation schon recht ausführlich schilderte. Ich hatte bei dem Termin selbst seinem "Adjutanten" (ein Diplompsychologe) stundenlang meine Situation erklärt. Er schien meine Probleme zu erkennen. Der Prof. las sich dessen Notizen dann ca. eine viertel Stunde lang durch, untersuchte mich neurologisch (nackt, Äffchen machen u. s. w.) ca. fünf Minuten und erklärte mir dann, es sei positiv, dass ich nicht versucht hätte zu simulieren. Was vor einem halben Jahr oder früher gewesen sei, könne er aber nicht beurteilen und seiner Meinung nach sei ich völlig gesund und dienstfähig.
Sein "Adjutant" saß nur im Hintergrund, sah mich an und zuckte mit den Schultern.
Heute weiß ich, dieser Prof. hätte mich wenigstens auf mein Problem aufmerksam machen und zu einem Psychotherapeuten schicken müssen.

Auch ein "Gefälligkeitsgutachten" wie so viele bei der Polizei?

Egal, ich war bei meinen lieben Freunden und habe dabei noch klarer gesehen, ich fühle mich jetzt zwar sau stark, aber was ist wenn ich wieder in ein Loch falle? Fange ich wieder an zu saufen? Vergrabe ich mich wieder total und lehne Hilfe von Freunden und guten Bekannten ab?

NEIN, ich habe heute (ich hatte es diesen Freunden auch versprochen) eine Psychotherapeutin angerufen. Ich glaube, mit der werde ich warm werden, die Chemie könnte stimmen (die raucht auch zuviel). Ihre Tochter ist übrigens auch bei unserem Verein, aber ungemobbt. Ich habe Anfang Januar meinen ersten Termin.

Ja, ich fühle mich sau gut.

Leute, nach allem was ich bis jetzt erlebt und insbesondere von anderen Kolleginnen und Kollegen erfahren habe, geht zum Arzt. Seid nicht solche Machos wie ich einer war und viele bei uns sind. "Wir können alles alleine schaffen, wir brauchen keine Psychotypen oder sonstige Leutchen, die uns nur voll sülzen."
Ich habe es soweit alleine geschafft und keinen Suizid begangen. Einige von euch, die mir schon geschrieben haben, hatten ähnliche Gedanken. Die meisten waren aber beim "Psycho" und haben es so noch besser geschafft. Auch wenn es solche Idioten bei der Polizei gibt, die das als "weicheimäßig" auslegen und euch vielleicht sogar lächerlich machen würden (dürfen sie übrigens nicht), eure Gesundheit und euer Leben ist wichtiger als euer Stolz!!!!! Übrigens ganz nebenbei, es ist noch wichtiger für eure Familien!!!!

Ich Macho habe es zwar bis heute (so la la) ohne Hilfe geschafft, aber ich will wieder GANZ gesund werden. Ich gehe zum "Psychodoc" und ich schäme mich nicht mehr, das sogar öffentlich zu machen!!!! Der traurige "Fall Enke" und die Nachbereitung haben auch viel dazu beigetragen. Überlegt es euch?!?!?!?!?
Liebe Grüße Jürgen

 
16
 
 
 
Jürgen Lanuschny
27.11.2009 06:09:34
1

Ich hatte im August 2008 alle Polizeigewerkschaften per E-Mail angeschrieben und auf diese Seite hingewiesen. Ich bat sie, einen Link in den jeweiligen "Heftchen" zu veröffentlichen.
Ich erhielt bis heute nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Ja, die Gewerkschaften tun viel für uns (grins).
Ich habe vor ca. 3 Wochen einen Brief per E-Mail an unseren neuen Bundesinnenminister geschrieben.
Ich erhielt bis heute nicht einmal eine Eingangsbestätigung.
Ich habe kürzlich die Redaktion Leo Busch angeschrieben, ich erhielt sogar eine Eingangsbestätigung, aber das wars auch.
Ich habe kürzlich einen "Fernsehpsychologen" angeschrieben der im MoMa einräumte, die Enke-Angelegenheit würde wohl in ein/zwei Monaten vergessen sein. Ich fand das traurig, dass er als prominenter Psychologe nicht sagte, er würde mit seinem Bekanntheitsgrad dafür versuchen zu sorgen, dass die Angelegenheit NICHT vergessen wird.
Ich erhielt bis heute nicht einmal eine Eingangsbestätigung.

Was sagt uns das? Jürgen Lanuschny ist unwichtig und für manche vielleicht sogar überflüssig wie der berühmte Kropf.

Ich bin am Überlegen, ob ich die Briefe nicht hier einstellen soll. Ich glaube ich mache das auch bald. NEIN, ich bin mir sicher!

Ich werde auf jeden Fall weiter schreiben und werde weiter keine Eingangsbestätigungen und/oder Antworten erhalten.

Käptn, Rex, Stef, ihr könnt alle schreiben und ihr werdet vermutlich genau so viele Eingangsbestätigungen und Antworten erhalten wie ich. KEINE!

Was sagt uns jetzt das?

Käptn, Rex, Stef, Dirk und ihr Anderen, die ich hier namentlich nicht nennen darf, ihr habt alle Recht. WIR müssen alle eine offizielle Organisation, egal in welcher Form, gründen. Tut uns nicht sonderlich weh, aber vielleicht erhalten wir dann wenigstens mehr Eingangsbestätigungen. Und dann, vielleicht erhalten wir auch mal Antworten. Und dann, vielleicht wird sogar noch mehr daraus und man wird uns zuhören müssen.
Tut uns nicht weh, aber der Versuch ist es wert. Wenn wir auch nur einer Kollegin, einem Kollegen damit helfen können, ja vielleicht sogar "nur" einen Suizid verhindern könnten, ist es mehr wert, als diese unsere geringe Anstrengung.
Ich glaube Du weißt wen ich meine, ich möchte keinen Vornamen nennen, hier geht es NICHT um die Interessen und Befindlichkeiten der Einzelnen, uns hat man sowieso schon mehr oder weniger kaputt gemacht. Hier geht es darum, vielleicht für die Zukunft und "die Anderen" etwas loszutreten. Ob wir es je schaffen werden, steht eh in den Sternen. Wenn aber niemand anfängt, ändert sich nichts.

Also los Mädels und Jungs, gehen wir es an!!! Wir aus dem engeren Kreis telefonieren wieder, liebe Grüße Jürgen

Stefan
27.11.2009 06:09:34
Hallo Juergen,

du hast Recht, ich habe Hunderte e mails und Briefe geschrieben und keine Antwort erhalten, weil die "Polizeifuehrung" die Wahrheit nicht vertragen kann oder einfach nicht wahrhaben will. Aber ich schicke trotzdem jede Woche 1 bis 2 e mails, bis an mein Lebensende, ich werde niemals aufgeben, ich bin auch dafuer eine Stiftung zu gruenden und bin bereit, jeden Monat 50 Euro zu spenden fuer gemobbte Polizisten.
Wie mich die Polizei behandelt hat, so hat mich noch nie jemand behandelt und deshalb will ich eben, dass es anderen nicht so geht. Dies geht aber nur gemeinsam, ich hoffe, dass sich einfach mehr Leute melden, ich weiss, dass es hier einen grossen Bedarf gibt, aber es wird nicht ausgesprochen, da jeder Angst hat um seine Zukunft und nicht als Nestbeschmutzer hingestellt werden will.

Bitte meldet euch bei Juergen, ich bin mit dabei !!!!

17
 
 
 
dirk lauer
17.12.2009 20:16:04
1

an alle kolleginnen und kollegen.....

ich bitte euch meinen kollegen jürgen lanuschny bei seiner arbeit für sein ehemaliges bundesland zu unterstützen.
wie man in hessen sehen kann kommt der stein ins rollen und wie bei den 8 steuerfahnder zu sehen ist, hat die öffentlichkeit mehr wirkung als wenn jeder seinen eigenen kampf führt.
auch ich habe eine homepage unter www.behoerdenstress.de und dort kann jeder nach verfolgen was im bereich polizei in hessen bis jetzt geschehen ist.
jürgen und ich führen solide internet auftritte, sonst hätte man uns schon längst abgeschaltet und keiner von der presse würde über uns berichten.
hbier mein aufruf, meldet euch, vernetzt euch und dann geballt gegen das betreffende bundesland vorgehen.

gruss
dirk lauer

aks
17.12.2009 20:16:04
Hessen gegen Finanzermittler:
Dass die Finanzbeamten gewonnen haben, steht nun ja wohl fest. Eine gute Blamage für die, welche mit Psychoterror selbst Gutachten produzierten. Die mussten kämpfen, aber es lohnte. Nun wäre es wichtig, sie aufzufangen, mit ihnen gemeinsam nach WEgen zu suchen, wie man künftig solches nicht nochmal möglich werden lässt.

18
 
 
 
Freund und Helfer (wär ich gern)
19.12.2009 02:08:51
2

Das ist schon komisch, ein selbsbewußter und ehrgeiziger Kaufmann bewirbt sich während eines Karriereknicks bei der Bayerischen Polizei und fängt dort im März 2007 an. Es ist schon komisch, diese andere Art von Arbeit. Man kann sich ja daran gewöhnen, Dinge umständlich statt einfach zu machen. Man kann sich auch daran gewöhnen, dass in Prüfungen der genaue Wortlaut aus dem Gesetz geschrieben werden muss und nicht der verstandene Sinn des Gesetzes ... wobei das Auswendiglernen besser gelingt ... da gab es ja auch genug von. Man gewöhnt sich auch daran viel sinnfreies zu lernen und wichtiges nicht zu lernen. Man gewöhnt sich auch daran, total sinnfrei irgendwo rumzustehen den ganzen Tag, ohne genaue Informationen oder auch nur eine passende Ausrüstung für die Kälte zu haben ... der Mensch gewöhnt sich an viel ...

Die Frage ist, will er sich daran gewöhnen? Es soll doch Menschen geben die mitdenken und versuchen Dinge zu optimieren ...

Aber das schöne bei der Polizei ist ... wenn man zu dieser Gattung gehört, seine Meinung sagt, negatives Anspricht etc. ... dann ist man ganz schnell der verbale Boxsack der Kollegen ...

Für mich ist bei der Polizei eine Welt zusammen gebrochen. Um klar zu kommen, sollte man Intelligenz, Charakter und Menschenwürde erst mal an der Pforte abgeben. Vielen ist das irgendwie nicht schwer gefallen ... Mitläufer sind gewohnt sich zu verbiegen ... und die anderen passen bestens in das System ... erschreckend zu sehen, wie alleine man schnell unter 100 Leuten dasteht ...

Das schlimmste aber ist eigentlich, dass die Missgunst und die Ausgrenzung nicht unbedingt von den Vorgesetzen ausgeht ... sondern eher von den Kollegen auf gleicher Stufe ... und alles nur, weil sie Karriere machen wollen und darum nicht negativ durch solche "Verbesserungsvorschläge" von irgendwelchen Kollegen auffallen wollen ... wahnsinn diese Gruppendynamik ...

Naja, diese Randposition bleibt einem dann wohl immer erhalten ... denn die Polizeifamilie kommuniziert doch sehr stark miteinander ...

Hm ... das war ein Einstiegs-Schrieb mal so vom Herzen geschrieben, wer nicht versteht, was ich sagen will, kann gerne nachfragen ....

Ich habe sehr allgemein geschrieben ... ich könnte nämlich so viel schreiben ... aber das würde den Rahmen sprengen ... Fakt ist, dass ich so ziemlich jeden geschrieben Text, den man über Mobbing bei der Polizei im Internet findet, nachvollziehen kann und fast jeder dieser Texte könnte von mir stammen ...

Was ich noch sagen kann, seit ich bei der Polizei bin, ist mir bewußt, dass diese dumme Frage von Verkehrssündern "Haben Sie denn nix besseres zu tun ...?" äußerst gerechtfertigt ist, nachdem es wohl tatsächlich sein kann, dass ein Aktenzeichen für 10 KM/H zu schnell beim Normalbürger schneller weggearbeitet ist, als der Diebstahl von Reifen aus der Tiefgarage. So verzichtet man schon mal schnell darauf, Spuren in der Garage zu nehmen, denn "man findet ja eh nix", lieber noch schnell ein paar Familienväter zocken die auf dem Heimweg von der ehrlichen Arbeit sind, oder noch besser ein Kfz im Halteverbot am Ende der Welt verwarnen, denn der Fahrer ist nicht da in diesem Moment und somit hat man nicht mal gemecker ...

genauso ist mir aufgefallen, dass häufig die "Kundschaft" besser behandelt wird, als (häufig wirklich nervige) Menschen, die eine Frage an den "Freund und Helfer" haben. Liegt wohl daran, dass Freund und Helfer immer weniger werden und die meisten Kollegen eher einen Charakter haben, der dem der Kundschaft mehr gleicht. So hatten ja schon viele "Schläger" entweder das Glück nicht erwischt worden zu sein oder sind mit einer Vorbestrafung bei der Polizei genommen worden, diese können sich nun legal in ihrem Job austoben ... Bei mancher Kundschaft sind die sogar gut zu gebrauchen, denn irgendjemand muss sich ja mit nem breiten Gewalttäter prügeln ;-) ... aber als Kollege ... dann doch eher schwierig ...

Naja Fakt: Hatte bereits ein paar Jobs vor der Polizei, verschiedenste Kollegen und Arbeitgeber, nette und weniger nette, Firmen mit gutem und welche mit schlechtem Klima ... aber es war immer deutlich angenehmer seine Arbeit zu verrichten, als heute bei der Polizei ...

Über mich: Ich bin Polizeimeister bei der Bayerischen Polizei und mit 28 Jahren schon einer der älteren ... und heute muss ich mich damit beschäftigen, meine Gesundheit wieder in den Griff zu bekommen, da ich mehr und mehr gesundheitliche Probleme bekomme, welche sehr wahrscheinlich von meiner Fast-Depression kommen. (Wohlgemerkt: Alles begann mit meinem Job als Polizeibeamter)

Danke fürs Zuhören

Und vor allem:

Vielen Dank schon mal an Jürgen, der sich durch seine Mails etc. mir schon sehr angenommen hat, was auch nicht selbstverständlich ist. Und ich verspreche, mich nun auch mehr hier einzubringen.

 

aks
17.12.2009 20:01:10
Tja, meine Beobachtung ist, dass Mobbing in allererster Form alle die trifft, die
a) gerne und viel arbeiten, aber auch die Pausen einlegen können.
b) kommunikative Kompetenz haben und weniger darauf vorbereiteten Kollegen und vor allem Vorgesetzten mit schwachem inneren Selbstbewusstsein Angst machen
c) viele Menschen mit scheinbar höherem sozialem Status kenne und zugleich keine Verhaltensunterschiede zu Menschen mit geringer Beschwerdemacht zeigen.
d) ein humanistisch oder sogar christlich geprägtes Menschenbild leben
e) eine innere Freiheit besitzen und auch das schaffen, wogegen andere sich vehement wehren, weil es ihre Arbeit überholt

Aber es werden auch Menschen gemobbt, die sich überhaupt nicht auskennen, einen eigenen Stil haben, nicht hinter jeder Saufveranstaltung herlaufen oder sogar ganz auf Oberflächlichkeit verzichten.

Ich bin Kriminalbeamter in einer sehr großen Stadt, habe über 30 Dienstjahre Erfahrung in vielen Bereichen und auch interessanten Spitzenbehörden. Ich hab eines Tages in der Nähe meiner Wohnung arbeiten wollen, musste dafür einen Statussturz hinnehmen und auf Schichtzulage verzichten, auf Seilschaften hab ich sowieso nie gebaut. Tja, und da ich mich mit Menschenrechten, Bürgerrechtsfragen, Aufklärung vertuschter Übergriffe und mit der Geschichte des Berufs beschäftigte, war ich suspekt. Heute nach vielen Jahren treff ich schon mal Ehemalige, die mir nach eigenen Erfahrungen sagen, sie entschuldigten sich für das in den 80er und 90er Jahren zugefügte Unheil. Aber die, welche noch bis vor einem halben Jahr echten Psychoterror veranstalteten, habe ich nur durch Rechtsanwälte, Klagedrohung, Krankschreibung und explizitem Erscheinen am Arbeitsplatz nach Auskurieren der Symptome des Mobbingtraumas in die SChranken weisen können. Selbst den Polizeiarzt wollten sie instrumentalisieren, selbst mir Wohlgesonnene haben sie mit Lügen auf falsche Fährten führen wollen, aber es gab Menschen, die blieben mir menschlich treu und nah. Das half. Mit ihnen werde ich mich demnächst mal wieder treffen. Details möchte ich nicht verbreiten, es wäre auch zu langatmig.

Aber ich schreibe hier, damit jemand, der gerade glaubt, die Welt bricht zusammen und der von Anderen zu einem "Bekloppten" gemacht werden soll, ruhig bleibt.

Mir half tägliches Beten morgens, abends, mittags, in jedem geeigneten Moment, still, unauffällig. Mir half das Zugehen auf ehedem Vertraute. Mir half Lächeln, wann immer es ging. Mir half Ernsthaftigkeit, wenn es um Klartext und Grenzen ging. Mir half der Gedanke: Du weißt wer Du bist, was Du kannst, was man Dir schon Gutes gesagt hat. Vergiss es jetzt nicht. Nach dem Tal wird ein Berg kommen, auf dem Du weit schauen kannst. Vertrau dem lieben Gott. Ja, vetrau dem Psalm 23.

Stefan
19.12.2009 02:08:51
Hallo Unbekannter,

ich war auch bei der Bayerischen Polizei und ich habe hier schon ein paar Kommentare geschrieben. Ich kann das, was du schreibst voll und ganz bestätigen, es hilft mir sehr, dass du das hier geschrieben hast, da ich sehe, dass es nicht nur mir so geht. Ich bin mir sicher, dass hier noch viele was zu schreiben hätten, sich aber nicht trauen. Ich kann Dir nur sagen, gib nicht auf und lass dich nicht unterkriegen. Du kannst dem Jürgen schreiben, er soll Dir meine e-mail Adresse geben, dann kannst du dich, wenn du willst, mit mir in Verbindung setzen, vielleicht kann ich Dir ein paar Tips geben, da ich das alles selber durchgemacht habe. Auch dem aks kann ich nur voll zustimmen, die Punkte a bis e treffen auf mich voll zu. Mit 28 Jahren noch Polizeimeister ist auch sehr ungewöhnlich, vor allem in München, ich habe damals einen vom Musikkorps einen kennengelernt, der war noch mit 35 PM, weil er auch seine eigene Meinung eingebracht hat. Bei der Bayerischen Polizei kann ich auch sagen: Ich verstehe bis heute nicht, warum so viel wert auf Verkehrsowis gelegt wird, dies sind Kleinigkeiten und gehörten m.E. in einer Demokratie nicht so stark verfolgt. Warum wird sich nicht mehr um die Wirtschaftskriminalität oder die OK gekümmert, diese sind die Leute, die den meisten Schaden anrichten und -was der Bevölkerung meist nicht bekannt ist, denen man kaum was nachweisen kann, weil sie intelligent sind und beste Rechtsanwälte beschäftigen. Meines Erachtens ist das System in Bayern ganz stark darauf ausgerichtet, dass der normale Bürger kleingehalten und für dumm verkauft wird, um so die Macht zu erhalten. M.E. ist auch überhaupt kein Beamtensystem notwendig, wenn ein Beamter "Scheisse" gebaut hat, soll er rausgeschmissen werden und genauso in das Sozialsystem einzahlen und bevor er zur Polizei geht, einen Beruf erlernen.
Weiterhin habe ich mir als Beamter oft gedacht, dass vieles gegen den normalen Menschenverstand läuft, d.h. vieles wird völlig uneffektiv angepackt. Im ersten Monat der Ausbildung haben wir oft gesagt, wenn man in der freien Wirtschaft so arbeiten würde, dann wäre man schon nach einem Monat pleite und ich weiss von was ich rede, weil ich mir nach der Polizei eine Firma aufgebaut habe mit sehr gutem cash flow.
Ich bitte nochmals alle Leute, die die Seite aufrufen, dass sie hier endlich einen Kommentar schreiben und die Wahrheit, ich bin mir sicher, es gibt viele Leute, die hier etwas zu sagen haben. Traut euch endlich, nur gemeinsam sind wir stark und könnenn gegen die Mißstände angehen.

 

 

19
 
 
 
Stefan
08.02.2010 18:04:38
1

Aus gegebenem Anlass möchte ich alle Kollegen auffordern, sich die Mittelbayerische Zeitung www.mittelbayerische.de oder www.tz-online.de oder www.tennessee-eisenberg.de aufzurufen. In Regensburg wurde ein Student erschossen und nach 8 Monaten Ermittlungen wurde das Verfahren gegen die beiden Polizeibematen eingestellt, obwohl nach Gutachten der Familie hier Totschlag vorgelegen hat. Obwohl ich ein Polizeivertreter bin, bin ich doch dafür, dass alle Beamten nach Recht und Gesetz handeln sollten.
Was hier in Regensburg abgelaufen ist, ist m.E. eine Schweinerei.

Bernd Gay
08.02.2010 18:04:38
Hier wurde gezielt getötet, vielleicht gehört dies zum Ausbildungsplan bestimmetr Polizisten? Man müßte den angeblich bedrohten Mitbewohner einmal genauer unter die Lupe nehmen, handelt es sich eventuel um einen V-Mann?

20
 
 
 
Jürgen Lanuschny
24.12.2009 02:41:34
1

Hallo Leute, es fällt mir echt schwer, darüber zu schreiben. Was darf in einem Gutachten für den Arbeitgeber eigentlich alles stehen? Klar, das Gutachten ging an den Polizeiarzt; der ist aber auch Bediensteter des Landes wie wir alle auch. Ist die ärztliche Schweigeflicht da gewahrt oder hängt so etwas in unseren Personalakten und „jeder“ kann es lesen? Das hat mich in den letzten Tagen schon mehrere schlaflose Nächte gekostet, auch die letzte Nacht.
Ok, zum Anfang.
Ich war am 05.06.2007 beim Psychiater, von meinem Polizeiarzt dorthin geschickt.
Im Vorfeld musste ich dem Psychiater einen Lebenslauf schreiben, den ich sehr ausführlich gestaltete. Wie schon beschrieben schickte mich der Psychiater wieder mit dem Bemerken nach Hause, ich sei völlig gesund und polizeidiensttauglich, was vor einem halben Jahr mit mir gewesen sei, könne er nicht beurteilen.
In den letzten Tagen erhielt ich endlich sein Gutachten und war total überrascht. Er kam hier zu dem Schluss, ich sei absolut polizeidienstuntauglich. Auch das Thema Mobbing und Bossing wurde von ihm behandelt. Ich hatte jedoch das Gefühl, aus dem Gutachten geht mehr oder weniger hervor, dass ich der Schuldige daran sei. Einiges in dem Gutachten stimmt auch nicht so, wie von ihm wieder gegeben. Was mich aber schier umgehauen hat war, er hat ständig aus meinem Lebenslauf, teilweise sogar wörtlich, zitiert und immer wieder auf diesen hingewiesen, der dem Gutachten auch noch in Kopie nachgeheftet sei.
Hier werden Dinge erwähnt, die ich NUR für den Psychiater geschrieben hatte, um ihm eine objektive Beurteilung meiner Person zu ermöglichen. Für meinen Dienstherren waren diese Begebenheiten aus meinem persönlichsten Leben garantiert nicht gedacht.
Bleibt also die Frage, was darf in so einem Gutachten wirklich stehen????? Mal sehen, ob ihr mir diese Frage beantworten könnt; ich weiß es nicht.

Stefan
24.12.2009 02:41:34
Hallo Juergen, ich weiss es leider nicht, aber am besten du ziehst einen Fachanwalt hinzu, am besten für Verwaltungsrecht.

21
 
 
 
Stefan
25.12.2009 02:47:23
0

Hallo, ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. An alle Betroffenen: Lasst euch nicht unterkriegen.
MfG Stefan

 
22
 
 
 
Stefan
10.01.2010 13:37:12
0

Hallo an alle,

und wie gehts ? Ich finde es schade, daß sich so wenige Polizisten melden, denn es gibt bestimmt einen grossen Bedarf, aber ich weiss, dass sich kaum die meisten trauen, etwas zu sagen, insbesondere wenn sie noch in einem Dienstverhältnis stehen. Ich bitte euch nochmals, Juergen Lanuschny zu unterstützen, ich finde es wirklich schade, dass ich den letzten Beitrag am 25.12.2009 geleistet habe und seitdem keiner mehr einen Eintrag ins Gästebuch geschrieben hat.
MfG Stefan