 |  | | | Mobbing bei der Polizei | | | ein Tabu-Thema ? | |
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Im August 2008 habe ich diese Seite mit Hilfe einiger weniger netter, zum großen Teil polizeifremder, Leute begonnen, weil ich dachte, es müsse doch eine Möglichkeit geben, Mobbingopfern zu helfen. Ich stellte die „Selbsthilfegruppe“ mit folgendem Einführungstext vor:
„Ich bekam den Rat, mein Forum
Selbsthilfegruppe - Mobbing bei der Polizei
zu nennen. Ich fand die Idee gut, möchte aber gleich klarstellen, ich bin kein Fachmann und werde und darf keine Rechtsberatung oder medizinische Hilfe anbieten. Wenn ich im Laufe der Zeit Fachleute mit ins Boot bekomme, die solche fachliche Hilfe auch für das kleine Portemonnaie eines Polizisten oder Angestellten leisten können und wollen, werde ich sie in diesem Forum verlinken.
Bei diesem Forum handelt sich um eine reine Privatinitiative von mir, mit der ich insbesondere gemobbte Polizistinnen, Polizisten sowie Arbeiter und Angestellte der Polizei ansprechen möchte. Sie befinden sich aufgrund ihrer Tätigkeit bei der Polizei und der sich daraus ergebenden besonderen Verpflichtungen, insbesondere der Geheimhaltungspflicht, in einer besonderen Lage. Hier können sie Gleichgesinnte, nach Möglichkeit aus ihrem Bezirk finden, um auf dieser Ebene Unterstützung zu erhalten.
Wir wissen alle, dass man als Betroffener nicht jedem KIT, nicht jedem Personalrat und nicht jedem Gewerkschaftsmitglied vertraut. Man wird immer unsicherer und irgendwann glaubt man keinem mehr.
Wir wissen aber auch, dass es wirklich gute Leute unter ihnen gibt und die Vermittlung dieser guten Leute zwischen euch kann schon sehr hilfreich sein. Wenn ihr meint, jemanden gefunden zu haben, mit der oder dem ihr euch direkt in Verbindung setzten wollt, so teilt mir das in meinem Kontaktformular mit. Ich werde dann versuchen, euch zusammen zu bringen. Im direkten Kontakt könnt ihr dann "Klartext" schreiben oder reden.
Im Forum selbst gilt jedoch klar die Regel:
keine Namensnennungen, von Mobbern wie anderen "Beteiligten" keine Beleidigungen von Personen keine Dienstgeheimnisse verletzten
Ich werde alle Beiträge, die diesen Regeln nicht entsprechen, umgehend löschen!
Denkt immer daran, auch Nichtpolizisten können die Beiträge lesen. Dieses Forum muss ja nicht gerade die Lieblingsseite unserer „Kundschaft“ werden, um sich an unseren Problemen zu ergötzen. Andererseits muss das Problem einmal öffentlich angesprochen werden, denn sonst ändert sich nie etwas.“
Im Laufe der Zeit hatte ich etliche Zuschriften von Kolleginnen und Kollegen bundesweit, mit denen ich Kontakte pflegte. Oberstes Gebot war immer: Vertraulichkeit!!!! Ich habe Kolleginnen und Kollegen nie in Verteilermails angeschrieben, dass die/der eine nicht herausfinden konnte, wer die anderen sind. Nur wenn jemand mit einer/einem anderen Kontakt haben wollte, brachte ich sie zusammen. Aus kurzen, telefonischen oder elektronischen Kontakten zu einzelnen Betroffenen, in denen sie Mobbingangriffe und –verläufe sowie daraus resultierende Symptome (Krankheiten, familiäre Spannungen, innere Kündigungen, Selbstmordgedanken etc.) schilderten, wurden lange Gespräche, ja sogar manchmal persönliche Treffen und es entwickelte sich daraus ein bundesweiter Ring von Menschen, die sich gegenseitig halfen, einfach nur zuhörten und eigene Erfahrungen austauschten.
Nach ca. 1 ½ Jahren ist es jetzt soweit, dass nicht nur ich sondern WIR einigen dadurch wieder Kraft und neuen Lebensmut schenken konnten. WIR sind tatsächlich zu einer kleinen aber sehr aktiven Selbsthilfe-“Gruppe“ geworden.
Durch die aktuellen Geschehnisse in Hessen und die dadurch bedingten Presseveröffentlichungen sind wir -abweichend von unserem eigentlichen Zeitplan- nun etwas in Zugzwang geraten. Insbesondere auf einen Leserbrief an HR 3, der auszugsweise am 19.01.2010 in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht werden soll, müssen wir jetzt reagieren. Wir bitten um Verständnis, dass sich unsere Homepage und die geplanten Aktionen somit momentan noch nicht in ganz fertigem Gewand zeigen können. Dies wird in der nächsten Zeit erfolgen.
Zu den Eckpunkten unserer Vereinigung:
Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen müssen wir leider sagen, dass -entgegen der Aussagen von verschiedenen Politikern und Vertretern der Polizeiführungen- Mobbing bei der Polizei tatsächlich existiert, und dies nicht nur in Einzelfällen. Die hierbei für die Länder, den Bund, die Rechtschutz- und Krankenversicherungen und damit für den Steuerzahler entstandenen Kosten sind immens. Von immateriellen Schäden durch „innere Kündigungen von Schutzfrauen und -männern“ (welcher Polizeibeamte setzt sich noch zu 100 Prozent für die Strafverfolgung oder die Belange des Bürgers ein, wenn er selbst Opfer von widerrechtlichen Angriffen ist?) ganz zu schweigen.
Mobbingopfern, damit sie ihren Dienst wieder gerne antreten und sich wieder für die Belange der der Bürger einsetzten. Angehörigen und Familien von Opfern bei der Bewältigung von Auswirkungen, die sich bis hin ins Privatleben übertragen. Versicherungen, damit sich Kosten für Rechtsanwälte, Sachverständige und Gerichtsverfahren, Krankheiten, Kuren und psychologische Behandlungen minimieren. Vorgesetzten, Behördenleitern und Innenministerien, die sich nicht im Klaren sind, dass ihre bzw. die Handlungen ihrer Nachgeordneten als Mobbing anzusehen sind und welche Schäden sie damit verursachen.
Unser Ziel ist n i c h t :
- einen Pranger gegen Mobber einzurichten - eine Plattform gegen Vorgesetzte, Behördenleitungen oder Politiker zu bieten - diese Seite zu nutzen, um eventuell persönliche Anliegen voran zu treiben - unserer „Kundschaft“ Angriffspunkte gegen unsere Behörden zu liefern
Nebenbei nehmen wir z. Zt. Kontakte zu Berufsverbänden, Kranken- und Rechtsschutzversicherungen, Fachanwälten, Psychotherapeuten, Kurkliniken, politischen Verbänden etc. auf, bzw. versuchen dieses, mit denen wir eine zukünftige Zusammenarbeit im Sinne aller Beteiligten anstreben wollen.
Dies alles, wie auch eine verbesserte Homepage, befindet sich seit Ende letzten Jahres in Arbeit. Wie schon erwähnt sind wir in Zugzwang geraten und können unsere Ergebnisse noch nicht voll erfüllt vorweisen.
Wir bitten auch alle, die sich jetzt wohl vermehrt durch den Artikel in der Frankfurter Rundschau bei uns melden werden, um etwas Geduld. Wir beantworten keine Anfragen in Serie sondern alle einzeln und das bedarf einiger Zeit.
Etwaigen interessierten Fachpersonen (Anwälten, Therapeuten, Fachkliniken etc.) und berufsähnlichen Gruppen bieten wir an, sich mit uns in Verbindung zu setzen und/oder auszutauschen.
Bitte haben Sie alle aber Verständnis dafür, dass wir uns nicht um alle „Gemobbten“ kümmern können. Wir sind eine kleine, fachspezifische Privatinitiative und kein professioneller Verein.
18.01.2010, i. A. Jürgen Lanuschny
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