05.04.2010:
Hallo an alle Freunde und Teilnehmer unseres Forums.
Ja, wir verändern uns! Leider aber in eine Richtung, die ich Anfang Februar 2010 noch nicht voraus ahnen konnte. Bis Ende Februar erhärtete sich der Verdacht, dass jemand unbekanntes in mein email-Konto bei der Fa. web.de eingebrochen ist. Wenn das der Fall war, hatte er natürlich auch Zugriff auf eure Mails.
Der darauf folgende email-Verkehr mit der Fa. web.de ist zu langatmig, um ihn hier wiedergeben zu können. Die letztendliche Antwort der „Rechtabteilung“ der Fa. auf meine wiederholte Bitte, mir die relevanten Logfiles zukommen zu lassen, um vor einer Anzeige bei der StA selbst prüfen zu können, also erst ganz sicher sein zu können, ob tatsächlich ein illegaler Zugriff auf meine und somit auch eure Mails, stattgefunden hat, wurde wie folgt beantwortet:
"Grundsätzlich hat jedermann nach § 34 BDSG ein Anspruch auf Auskunft über sämtliche zu seiner Person gespeicherten Daten [...]. Im vorliegenden Fall ist es jedoch so, dass der Kunde uns einen Accountmißbrauch schildert, so dass davon auszugehen ist, dass Daten Dritter in der Logfileauswertung enthalten sind. Diese dürfen eben nicht an den Kunden beauskunftet werden, da wir dann sowohl datenschutzrechtliche Vorschriften als auch das Telekommunikationsgeheimnis verletzen würden."
Das heißt also, man darf mir „meine“ Logfiles nicht geben, weil sie Logfiles Dritter enthalten könnten, auch wenn diese Dritten sich illegal Zugriff auf „mein“ email-Konto verschafft haben! Zu einer Prüfung, ob sich überhaupt „fremde“ Logfiles darunter befinden, denn in der besagten Zeit hatte ich mich ausschließlich von einem Computer eingeloggt, war die Fa. web.de nicht in der Lage oder bereit.
Am 27.03.2010 wollten wir uns, wie die meisten von euch wissen, in Frankfurt treffen. Leider war die Resonanz, offensichtlich auch aufgrund der zuvor geschilderten Umstände, gleich null, so dass wir es absagen mussten.
Kurz vor dem Treffen telefonierte ich mit Herrn RA Hartherz aus Hammersbach. Wir hofften, dass er an dem Treffen teilnehmen könne, was er leider absagen musste. Herr Hartherz ist der Bruder eines unserer Kollegen aus Frankfurt, die sich suizidiert hatten.
Ich habe mir von Herr Hartherz einiges anhören müssen, was mich mehr als nachdenklich gemacht hat. Wir sind im Prinzip wirklich selber schuld an unserer Situation. Unser „gesundes Rechtsempfinden“, das wir uns über die Jahre angeeignet haben und die Abhängigkeit von der Hierarchie (unser vorauseilender Gehorsam) lassen uns unsere Probleme immer mit der uns gebotenen Fairness angehen.
Wir müssen uns aber auch mal fragen, wer geht fair mit uns um? Warum nehmen wir Rücksicht auf Leute, die auch nur weg sehen, obwohl sie aus ihrem Strafverfolgungszwang heraus eigentlich verpflichtet wären, uns gegen Straftäter, nämlich das sind unsere Mobber, zu helfen. Ich habe im Forum mal beschrieben, wie sehr es mich getroffen hatte, als ein ehemals lieber Kollege mich „Nestbeschmutzer“ nannte. Wer von uns ist eigentlich tatsächlich der „Nestbeschmutzer“?
Die (so genannten) „Kolleginnen und Kollegen“ die uns mobben, die uns psychisch und letztendlich physisch krank machen, sind Straftäter. Die, die tatenlos zusehen, sind die eigentlichen „Nestbeschmutzer“!
Wir Opfer sind nicht die Schutzleute die Recht und Gesetz zu achten haben, wir sind Geschädigte.
Also, warum gehen wir fair mit Menschen um, die unsere Grundrechte verletzen, die uns krank machen und die nichts anderes als Straftaten gegen uns begehen.
Klar, wir alle haben Existenzängste, viele von uns sind psychisch krank und haben nicht mehr die Kraft, sich gegen den uns dermaßen unfair behandelnden Apparat Polizei zu wehren. Gerade darauf setzten doch unsere Mobber, Bosser und deren Vorgesetzte. Sie machen uns systematisch noch kranker, je mehr wir uns einzeln wehren. Der Einzelne hat eben ganz einfach gegen dieses System keine Chance.
Warum haben wir, zumindest die Lebzeitbeamten, eigentlich Existenzängste? So sicher wie wir in diesem Beamtenstaat leben, lebt kein anderer Gemobbter!
Warum lassen wir uns so krank machen, dass sich letztendlich die eine Kollegin/der andere Kollege sogar erschießt, um dem Schmerz endlich entgehen zu können?
Weil jeder für sich alleine gegen ein System kämpft, wenn sie/er überhaupt den Mut dazu aufbringt.
Wer sind wir eigentlich? Wir legen uns täglich mit Schwerstkriminellen an, wir gehen zu Hausstreitigkeiten und riskieren dabei, uns Verletzungen oder Schlimmes ein zu handeln. Wir prügeln uns mit Hooligans rum und und und!!!! Wir riskieren für unseren Rechtsstaat fast täglich den Hals.
Wenn wir aber selbst angegriffen werden, angegriffen von Menschen, denen wir eigentlich vertrauen können sollten, die uns gegenüber sogar eine gesetzlich festgelegte Fürsorgepflicht haben, benehmen wir uns wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir halten still und leiden!!!!
Wenn wir nicht den Mut finden ALLE aufzustehen, nicht den Mut finden UNS zu einer Macht zusammen zu schließen, die sich mit Hilfe von Therapeuten, Rechtsanwälten und der Presse im Hintergrund zur Wehr setzt, werden wir nichts ändern und weiter Opfer bleiben. Dann hat Rechtsanwalt Hartherz aber auch recht, wir sind selber schuld an unserer Situation.
Einzelaktionen von Kolleginnen und Kollegen werden zwar von der Presse gerne mal angenommen, ist der Artikel aber mal erschienen, der eine oder andere Nachrichtenbeitrag mal ausgestrahlt, ist es auch wieder gut. Niemand redet mehr davon und unsere Mobber können sich drauf verlassen, dass sie den Sturm im Wasserglas nur aussitzen brauchen und dann herrscht wieder Ruhe. Weiter geht’s mit dem Alltagsstress, Mobbing und Seilschaften pflegen.
Was wir brauchen ist eine Öffentlichkeit wie beispielsweise bei dem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Werden wir nicht missbraucht? Werden nicht auch täglich Kolleginnen von uns durch oft Vorgesetzte sexuell belästigt? Werden wir nicht auch psychisch schwer krank gemacht? Verletzen unsere Mobber nicht genau so Strafgesetze wie die Pfarrer und Lehrer dieser bedauernswerten Schülerinnen und Schüler?
Um diese Öffentlichkeit zu erreichen, müssen wir uns aber zusammen schließen.
Eine Redakteurin des "Stern", die sich bereit erklärt hat unsere Selbsthilfegruppe eine Zeit lang zu begleiten, hat mir folgendes gesagt:
"Sie müssen das aber auch verstehen, dass ich Ihnen nichts versprechen kann. Es hängt letztendlich von meinen Chefs ab, was aus der Geschichte wird. Es müssten bundesweit schon etliche Mobbingopfer zusammen kommen, die bei der Aktion mit machen (offen oder auch anonym). Wichtig wären auch Angehörige von Suizidopfern, das wären „Aufhänger“."
Ist das nicht traurig, dass wir unsere toten Mobbingopfer missbrauchen müssen, um in der Öffentlichkeit Gehör zu finden? Gehör dafür zu finden, dass Polizeibeamte an ihren eigenen Kolleginnen und Kollegen ungestraft Straftaten begehen dürfen, für die andere Straftäter durch die Ermittlungen dieser Polizistinnen und Polizisten hinter Gitter landen würden? Straftaten, die die Gesellschaft durch Gerichtsverfahren und Krankheitskosten Milliarden jährlich kosten? Von der Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit ganz zu schweigen!
Leider hat die Redakteurin aber recht. Einzelschicksale interessieren niemanden, seien sie auch noch so traurig oder kostspielig für die Gesellschaft.
Wenn aus diesen Einzelschicksalen aber viele Regelbeispiele für einen Polizeiskandal würden, wieder ähnlich der katholischen Kirche, dann wird die Presse wach, dann würden die Bürger wach und dann, aber erst dann werden auch die Politiker aus ihrem Tiefschlaf geweckt. Dann sind es nämlich keine „Einzelfälle“ mehr.
Ja Leute, ich habe die Nase voll. Ich könnte mich auf mein Altenteil zurück ziehen und den gleichen Weg gehen, wie die meisten von euch. Ich könnte auch sagen, was interessieren mich die Schicksale der anderen Kolleginnen und Kollegen. Ich habe an meinem eigenen genug zu tun.
Glaubt mir, wenn sich an eurer Einstellung nichts ändert, werde ich das auch machen. Warum sollte ich versuchen Menschen zu helfen, die sich gar nicht helfen lassen wollen.
Ja Herr Hartherz, jeder von uns ist selber schuld an seiner Situation. Nicht weil er Mobbingopfer wurde sondern weil er immer noch brav zurücksteckt, fair bleibt und sich nicht mit allen Mitteln zur Wehr setzt. Sie haben recht! Wenn wir nicht anfangen mit den gleichen Mitteln zu kämpfen, mit denen das System Polizei uns ständig nieder macht, haben wir es nicht anders verdient, nämlich für alle Zeit Mobbingopfer zu bleiben.
Was interessiert uns, wenn jemand in unseren Emails rumgestöbert hat. Im Gegensatz zu unseren Mobbern haben wir nichts zu verbergen und wie heißt es so schön: „Der Lauscher an der Wand, hört meist seine eig´ne Schand!“
Ich habe letzte Woche eine Strafanzeige an die StA Karlsruhe geschickt. Grund ist der Verdacht von Verstößen gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen gegen Unbekannt. Ich habe auch die Zufälle aufgeführt, die den Verdacht aufkommen lassen, dass dies durch Angehörige der Polizei geschehen sein kann und sich diese illegale Maßnahme gegen „unsere“ Selbsthilfegruppe richten könnte. Ich habe auch angeregt zu prüfen, inwieweit die Fa. web.de durch Beihilfe oder Unterlassen daran beteiligt sein könnte.
Ich hoffe aber ehrlich gesagt immer noch, dass es sich als Irrtum heraus stellt. Vor allem aber, dass „unser“ Dienstherr nicht zu solchen Mitteln gegriffen hat, um heraus zu bekommen, wie weit wir schon gekommen sind.
Aber egal wie, wir haben zwei Möglichkeiten:
Jeder duckt sich weiter für sich selbst und lebt seine „Existenzängste“ aus. Selbstmitleid tut manchmal ja so richtig gut!?!?!? Jeder lässt sich also weiterhin alleine krank machen und lebt seine Einsamkeit, leider für einige bis hin zum Suizid
oder
wir trotzen unserer Situation GEMEINSAM.
Ich habe zwar nur einen Teil eines Neuanfangs für gemobbte Polizistinnen und Polizisten gemacht, einen Anfang mit dieser Homepage, aber ich habe wenigstens was versucht. Einige haben das gleiche gemacht, sind aber auch nicht weiter gekommen. Einige hatten auch den Mut, neben mir offen zu bekennen, dass sie zu dieser Aktion stehen. Haben andere auch gemacht.
Wenn jeder für sich arbeitet und jeder nur versucht für sich eine Art „Ruhm“ zu erlangen, etwas getan zu haben was aber nichts bringen kann, können wir alle aufhören. Wir, die wir bereit sind etwas zu tun, müssen uns zusammen schließen.
Der Anfang dazu schien schon fast geschafft, bis zu dieser unsäglichen web.de-Affaire, von der wir alle nicht einmal wissen, wie sie ausgehen wird.
Und ihr, die geduckten Opfer? Ich weiß, wenn man mal depressiv ist, ist es nicht leicht aufzustehen. Wenn ihr aber den Mut nicht habt und mein bzw. unsere Angebote, die eins werden sollten, annehmt, wird sich nichts ändern, nie etwas ändern!!!!!
Ich werde jetzt abwarten, was die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zutage bringt. Ich werde euch dann davon verständigen.
Egal was dabei herauskommt, Rechtsanwalt Hartherz hat mich geweckt. Entweder stehen wir ALLE auf und unternehmen was gegen die Täter, die uns schon viel zu lange, immer noch und sicherlich immer weiter Mobben werden, unternehmen GEMEINSAM etwas dagegen, oder ich werde euch für die Zukunft viel Glück in eurer Opferrolle wünschen und mich ausklinken. Ich habe es nämlich hinter mir und könnte auch meinen Ruhestand genießen, ohne mir immer wieder Mobbinggeschichten anzuhören, die mich auch immer wieder an das mir Geschehene erinnern.
Ich muss mich nicht „Nestbeschmutzer“ nennen lassen, oder wie ich letzte Woche erfuhr, dass ein „Kollege“ über mich erzählte, ich würde mir zuhause unter meiner Pergola ja nur die Biere reichschaufeln, mich besaufen und mit meiner Homepage versuchen, mich ungerechtfertigter Weise an meinen Exkollegen zu rächen. Ich glaube, der Kollege hat meine Seite nie richtig gelesen. Ich fand bisher von billiger Rache jedenfalls nichts.
Vor allem aber muss ich nicht versuchen Mobbingopfern zu helfen, Mobbingopfern die sich offensichtlich gar nicht helfen lassen und lieber weiter ihr „Jammerdasein in Ruhe“ leben wollen!!!!!
Ich weiß, das klingt alles ziemlich hart, aber muss wohl mal gesagt werden. Wir können uns nur selbst helfen, wenn wir uns zusammen schließen, offen oder anonymisiert, und so zu einer so großen Gruppe heran wachsen, dass die Presse und dadurch die Öffentlichkeit auf unser Problem aufmerksam werden und dann unsere Politiker und Polizeiführer nicht länger behaupten und sich heraus reden können, sich selbst erschossene Kolleginnen und Kollegen hätten ja NUR "private Probleme" gehabt, gemobbte Kolleginnen und Kollegen stellten NUR "Einzelfälle" da, die natürlich (natürlich angeblich) genau geprüft würden.
Wenn wir aber nicht zu dieser „großen Gruppe‘‘ werden, wünsche ich euch allen zukünftig viel Spaß, in eurem weiteren „Duckmäuserleben“!!!
Euer Jürgen Lanuschny